Donnerstag, 27. März 2014

Literaturverfilmung eines beeindruckenden Buches

Bildquelle: www.filmstarts.de
Zunächst einmal möchte ich erwähnen, dass "Die Bücherdiebin" seit Erscheinen auf meiner persönlichen "Top 10 meiner Lieblingsbücher"- Liste steht. Deshalb war ich etwas zwiegespalten, als ich hörte, dass Markus Zusaks großartiges Buch verfilmt werden würde. Denn wer das Buch kennt, kann vielleicht verstehen warum: das Buch ist in der Ich- Form geschrieben - und zwar aus der Sicht des Todes. Wie also sollte das in einem Film verpackt werden? Dazu kommt, dass man als LeserIn ja oft genaueste Vorstellungen hat, und gerade bei mir ist das Kopfkino sehr ausgeprägt. Aber gut, ich würde ins Kino gehen, und es mi mal ansehen, dachte ich mir. OHNE jegliche Erwartungen, damit ich nicht enttäuscht werden konnte. (Funktioniert natürlich nicht so, wie man es hofft, kleine Erwartungen lassen sich dann doch nicht abstellen.)

Aber nun zum Inhalt: 
1939 in Nazideutschland. Am Grab ihres kleinen Bruders begegnet der Tod der neunjährigen Liesel zum ersten Mal. Hier beginnt auch ihre "Karriere" als Bücherdiebin: das "Handbuch für Totengräber" wird ihr erstes und eines der wichtigsten gestohlenen Bücher. Als sie zu Pflegeeltern nach München kommt, lernt sie mit ihrem "Papa" und mithilfe des Handbuchs lesen. Fortan ist sie besessen von Büchern (wer kann es ihr verdenken!?) und muss immer wieder Bücher stehlen. Aber sie rettet auch welche - vor dem Hass und den Flammen der Nazis. Und sie bekommt auch welche geschenkt. Ihr Liebe zu Büchern und ihr bezauberndes Wesen müssen es sein, dass der Tod sie in sein Herz schließt und über die Jahre hinweg sie immer beobachten und auf sie acht geben wird. Während um sie herum die Welt im Bombenhagel versinkt, findet Liesel Schutz und Trost in ihren Büchern.

Der Film:
Grundlegend hat mich der Film positiv überrascht (Erinnerung: keine Erwartungen!). Die 14jährige Kanadierin Sophie Nélisse verkörpert Liesel auf berührende Art und Weise.
Nico Liersch verkörpert Rudi Steiner, meine persönliche Lieblingsfigur in "Die Bücherdiebin". Rudi ist der beste Freund von Liesel und auch im Film wusste ich wieder, warum das so ist: toller Junge mit großem Herz. 
Liesels "Papa" wird von dem großartigen Geoffrey Rush dargestellt: toller Charakter im Buch, toller Schauspieler, da kann also nichts schief gehen. 
Auch die anderen Schauspieler machen ihr Sache gut: Emily Watson als Liesels Pflegemutter, Heike Makatsch als ihre leibliche Mutter (in einer kleinen Nebenrolle), Barbara Auer als die Frau des Bürgermeisters (gut oder böse?). 
Tja, und dann ist da noch Ben Schnetzer als Max Vanderburg, ein Jude, der ebenfalls Unterschlupf bei Liesels Pflegeeltern findet. Als ich das Buch gelesen habe, gehörte Max zu den Charakteren, die man gern hat, mit denen man mitfiebert und der eine große Rolle in Liesels Leben spielt und dieses auch beeinflusst. Im Buch ist er eine tragende Rolle und ein wichtiger Bestandteil der Handlung. Im Film ... wird das nicht so deutlich. Ehrlich gesagt, bleibt die Rolle etwas blass und der Schauspieler leider auch. Schade, denn so verliert der Film einiges an Substanz. Dieser Punkt hat mich dann wirklich enttäuscht. 
Der Tod wird in der deutschen Fassung von Ben Becker gesprochen. Oje, den kann ich nun wirklich nicht leiden und seine Stimme auch nicht. Aber (und das ist ein großes 'aber'!) hier hat er mich dann doch überrascht, seine tiefe, etwas kratzige Stimme passt sehr gut: warmherzig, dann wieder sachlich, manchmal mit einem Augenzwinkern. Der Tod spricht aus dem Off, wird also nicht als Figur dargestellt (sehr gut!), und er spricht ganz wunderbare Sätze (Zitat: "Diese jungen Männern dachten, sie laufen anderen jungen Männern entgegen, doch eigentlich liefen sie nur mir entgegen."; zum Kriegsausbruch). 
Schlussendlich klärt der Tod auch ein für alle Mal, dass nicht er der Feind des Lebens ist, sondern dass das der Mensch allein ist.

Die Filmmusik stammt von Komponist John Williams, u. a. "Der weiße Hai", "Indiana Jones", "Star Wars", "Harry Potter" und mit "Gefährten" ein weiterer Film, der zu Kriegszeiten spielt. Grandios wie immer, erinnerte aber gerade am Anfang eine klitzekleines bisschen an "Harry Potter" ("Hedwig's Theme", DAS Lied der "Harry Potter"- Filme).

Alles in allem, ein ordentlicher Film, der für mich ein paar negative Aspekte hat, sodass er mich nicht vollends überzeugen konnte. 

Saving Mr. Banks

Bildquelle: www.filmstarts.de
"If you can dream it, you can do it." / 
"Wenn Du es Dir vorstellen kannst, kannst Du es auch machen." - Walt Disney

Seit 20 Jahren hat die Schriftstellerin P. L. Travers (genial: Emma Thompson) dem Werben aus Hollywood widerstanden und alle Angebote des berühmten Produzenten Walt Disney (Tom Hanks) für die Filmrechte an ihrem Kinderbuch „Mary Poppins“ abgelehnt. Doch inzwischen gehen die Einnahmen zurück und ihr Agent (Ronan Vibert) rät der Autorin eindringlich, die Offerte aus Amerika ernsthaft in Erwägung  zu ziehen. Travers fliegt schließlich 1961 von London nach Los Angeles, um sich Disneys Pläne persönlich anzuhören. Sie ist entsetzt, als sie erfährt, dass er aus „Mary Poppins“ ein Musical machen will, in dem zu allem Überfluss auch noch Zeichentrickelemente enthalten sein sollen. Die resolute Autorin legt ihr Veto ein, erklärt sich aber bereit, das fertige Skript gemeinsam mit dem Drehbuchschreiber Don DaGradi (Bradley Whitford) sowie dem Komponisten-Brüderpaar Richard (Jason Schwartzman) und Robert Sherman (B.J. Novak) zu überarbeiten. Es kommt regelmäßig zu scheinbar unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheiten, die auch Disney persönlich nicht beenden kann. Travers fühlt sich fremd im ständigen Sommer Kaliforniens und wird zudem von Erinnerungen an ihre Kindheit und ihren Vater Travers (Colin Farrell) geplagt. Einzig der Chauffeur Ralph (großartig: Paul Giamatti) kommt der distanzierten Frau allmählich ein wenig nahe … (Quelle: www.filmstarts.de)

Emma Thompson zeigt wieder einmal eindrucksvoll, was für eine faszinierende Schauspielerin sie ist. Für mich ist sie einfach DAS Highlight des Films.
Tom Hanks als Walt Disney, fand ich zunächst sehr befremdlich, und er konnte mich auch während des Films nicht zu 100% überzeugen. 

Es ist ein unterhaltsam- gefühlvoller Film über eine der beliebtesten Figuren aus Literatur und Film und über die Frau, die es erst möglich gemacht - und dabei sind die harschen Fakten gegenüber der schönen Fiktion eben durchaus auch einmal zweitrangig, schließlich ist es keine Filmbiographie über einen Hollywood Tycoon.
Der Film ist eine Hommage an "Marry Poppins", Hollywood verklärt sich in seinen goldigen Zeiten. Aber es ist ein schönes Märchen, das Erinnerungen weckt und uns noch einmal die wundervollen Lieder präsentiert.

American Hustle

Bildquelle: www.filmstarts.de

Ende der 1970er Jahre: Der windige Irving Rosenfeld (Christian Bale) betreibt zwar ganz legal eine Reihe von Waschsalons in New York, seine Haupteinnahmequellen sind aber entschieden illegal. Mit seiner Partnerin und Liebhaberin Sydney Prosser (Amy Adams) verkauft er gefälschte Kunstwerke und betrügt Leute, die in extremen finanziellen Schwierigkeiten stecken, indem er ihnen für die vermeintliche Vermittlung eines Kredits hohe Gebühren abverlangt. Nachdem der ambitionierte FBI-Agent Richie DiMaso (Bradley Cooper) ihrer Masche, bei der sich Sydney als adlige Engländerin Edith Greensly ausgibt, auf die Schliche gekommen ist und sie verhaftet, bietet er ihnen einen Deal an: das Gaunerpaar wird auf den Politiker Carmine Polito (Jeremy Renner) angesetzt, den DiMaso als korrupt entlarven will. Irving und Sydney sollen den umtriebigen Bürgermeister von Camden, New Jersey dazu verführen, Bestechungsgelder anzunehmen. Doch schnell wächst ihnen die Sache über den Kopf, denn nicht nur Irvings Ehefrau Rosalyn (Jennifer Lawrence) sorgt für Ärger, sondern bald mischt auch noch die Mafia mit. (Quelle: www.filmstarts.de)

Regisseur David O. Russell ("The Fighter" mit Christian Bale und "Silver Linings" mit Jennifer Lawrense und Bradley Cooper) erzählt von der Täuschung in der Täuschung. Betrogene Betrüger sind dabei sein Leitmotiv. Basierend auf einer realen Tat in den 1970er Jahren, dem sogenannten Abscam- Skandal, ist dieser Film ein Feuerwerk an coolen Sprüchen, ein Rausch an Bildern und mit einer super Filmsong- Auswahl. 

Das Ensemble ist eine weitere große Stärke des Films: 
Jennifer Lawrence ist die manisch- depressive Ehefrau, die ihren Mann meisterlich beherrscht. Christian Bale, Hauptfigur des Films, zeigt sich erneut verwandlungsfähig: Halbglatze und um einige Kilos schwerer. Es sind die kleinen Gesten, die ihn herausstellen: das Zurechtrücken der Sonnenbrille und seiner Haare, seine Blicke. Er leidet darunter, dass er jemanden verraten muss, der zu einem wahren Freund für ihn wurde.
Bradley Cooper ist in diesem Film ein schmieriger und zwielichter Typ und nicht der "Schönling", als der er sonst immer dargestellt wird.
In einer Nebenrolle taucht Robert De Niro als Mafiaboss auf: das, was er sowieso am Besten kann, verkörpert er auch diesmal wieder fantastisch. 

Für mich ist es nicht der beste Film des Jahres, aber definitiv sein Geld fürs Kino oder die DVD wert!

Donnerstag, 13. März 2014

Nico & Vinz - Am I Wrong

Heute möchte ich Euch meinen Song für den Frühling vorstellen. Die Sonne scheint, es wird langsam wärmer draußen ... ja, ich weiß, am Wochenende soll es wieder kälter werden, aber das soll den Frühling nicht davon abhalten, wiederzukommen. :-)

Jedenfalls habe ich ich dieses Lied schon vor Wochen entdeckt und mittlerweile haben es auch die lokalen Radiostationen für sich entdeckt. In den letzten Tagen läuft es rauf und runter im Radio, und das ist auch gut so, denn es ist ein tolles Lied: es kommt ganz locker-leicht daher, vermittelt mir ein entspanntes Gefühl und ich bekomme sofort gute Laune, oder noch bessere Laune.

Und damit Ihr wisst, wovon ich spreche, hier die Links zu den youtube- Videos: offizielles Video und mit Songtext. 

Viel Spaß beim Hören und ich freue mich auf Eure Meinungen dazu!


Mit Songtext.

Dienstag, 4. März 2014

And the Oscar goes to ...

Screenshot zu: "And the Oscar goes to..." - Die Gewinner der 86. Verleihung
Bildquelle: http://oscar.go.com
Moderiert wurde die 86. Verleihung von Star Moderatorin und Talkmasterin Ellen DeGeneres: souverän, aber unspektakulär. 
Ohne Patzer ging es auch diesmal wieder nicht, einige lustige Versprecher gab es.
Leonardo DiCaprio muss erneut auf seinen Oscar warten: 5x nominiert, 5x nicht gewonnen.
Abräumer ist der Film "Gravity": 7 gewonne Oscars (10 Nominierungen).
Und hier nun alle Kategorien und die jeweiligen Nominierungen, Gewinner sind hervorgehoben.
Bester Film:
  • American Hustle
  • Captain Philips
  • Dallas Buyers Club
  • Gravity
  • Her
  • Nebraska
  • Philomena
  • 12 Years a Slave
  • The Wolf of Wall Street
Beste Regie:
  • David O. Russell - American Hustle
  • Alfonso Cuarón - Gravity
  • Alexander Payne - Nebraska
  • Steve McQueen - 12 Years a Slave
  • Martin Scorsese - The Wolf of Wall Street
Beste Darstellerin:
  • Amy Adams - American Hustle
  • Cate Blanchett - Blue Jasmine
  • Sandra Bullock - Gravity
  • Judy Dench - Philomena
  • Meryl Streep - Im August im Osage Country
Bester Darsteller:
  • Christian Bale - American Hustle
  • Bruce Dern - Nebraska
  • Leonardo DiCaprio - The Wolf of Wall Street
  • Chiwetel Ejiofor - 12 Years a Slave
  • Matthew McConaughey - Dallas Buyers Club
Beste Darstellerin (Nebenrolle):
  • Sally Hawkins - Blue Jasmine
  • Jennifer Lawrence - American Hustle
  • Lupita Nyong'o - 12 Years a Slave
  • Julia Roberts - Im August in Osage Country
  • June Squibb - Nebraska
Bester Schauspieler (Nebenrolle):
  • Barkhad Abdi - Captain Philips
  • Bradley Cooper - American Hustle
  • Michael Fassbender - 12 Years a Slave
  • Jonah Hill - The Wolf of Wall Street
  • Jared Leto - Dallas Buyers Club
Bestes Kostümdesign:
  • American Hustle
  • The Grandmaster
  • Der Große Gatsby
  • The Invisible Woman
  • 12 Years a Slave
Bestes Make-Up und Hairstyling:
  • Dallas Buyers Club
  • Jackass Presents: Bad Grandpa
  • The Lone Ranger
Bester animierter Kurzfilm:
  • Feral
  • Get a Horse!
  • Mr. Hublot
  • Possessions
  • Room on the Broom
Bester Animationsfilm:
  • The Croods
  • Ich - Einfach unverbesserlich 2
  • Die Eiskönigin - Völlig unverfroren
  • The Wind Rises
Beste Visual-Effects:
  • Gravity
  • Der Hobbit: Smaugs Einöde
  • Iron Man 3
  • The Lone Ranger
  • Star Trek Into Darkness
Bester Kurzfilm:
  • Aquel No Era Yo
  • Avant Que De Tout Perdre
  • Helium
  • Pitaako Mun Kaikki Hoitaa?
  • The Voorman Problem
Bester Dokumentarfilm (Kurzfilm):
  • Cave Digger
  • Facing Fear
  • Karama Has No Walls
  • The Lady in Number 6: Music Saved My Life
  • Prison Terminal: The Last Days of Private Jack Hall
Bester Dokumentarfilm:
  • The Act of Killing
  • Cutie and the Boxer
  • Dirty Wars
  • The Square
  • 20 Feet from Stardom
Bester fremdsprachiger Film:
  • The Broken Circle (Belgien)
  • La Grande Bellezza - Die große Schönheit (Italien)
  • Die Jagd (Dänemark)
  • Das fehlende Bild (Kambodscha)
  • Omar (Palästina)
Bester Ton:
  • Captain Philips
  • Gravity
  • Der Hobbit: Smaugs Einöde
  • Inside Llewyn Davis
  • Lone Survivor
Bester Tonschnitt:
  • All Is Lost
  • Captain Phillips
  • Gravity
  • Der Hobbit: Smaugs Einöde
  • Lone Survivor
Beste Kamera:
  • The Grandmaster
  • Gravity
  • Inside Llewyn Davis
  • Nebraska
  • Prisoners
(Murray-Scherz am Rande: Harold Ramis - Ghostbusters, Caddyshack)
Bester Schnitt:
  • American Hustle
  • Captain Philips
  • Dallas Buyers Club
  • Gravity
  • 12 Years a Slave
Bestes Produktionsdesign:
  • American Hustle
  • Gravity
  • Der Große Gatsby
  • Her
  • 12 Years a Slave
Bester Original-Score:
  • Philomena
  • Her
  • Saving Mr. Banks
  • Die Bücherdiebin
  • Gravity
Bester Song:
  • Happy aus Ich - Einfach Unverbesserlich 2 (Pharrell Williams)
  • Alone Yet Not Alone aus Alone Yet Not Alone (Bruce Broughton und Dennis Spiegel)
  • Let It Go aus Die Eiskönigin - Völlig unverfroren (Kristen Anderson-Lopez und Robert Lopez)
  • The Moon Song aus Her (Karen O und Spike Jonze)
  • Ordinary Love aus Mandela - Der lange Weg zur Freiheit (Paul Hewson, Dave Evans, Adam Clayton und Larry Mullen)
Bestes adaptiertes Drehbuch:
  • Before Midnight
  • Captain Philips
  • Philomena
  • 12 Years a Slave
  • The Wolf of Wall Street
Bestes Originaldrehbuch:
  • American Hustle
  • Blue Jasmine
  • Dallas Buyers Club
  • Her
  • Nebraska

Donnerstag, 27. Februar 2014

Dallas Buyers Club

Bildquelle: www.filmstarts.de
Wow!

Dallas, 1985: Der Cowboy Ron Woodroof (Matthew McConaughey) führt ein exzessives Leben auf der Überholspur: Rodeos, Alkohol, Koks und Frauen bestimmen seinen Alltag. Als Woodroof wegen einer Schlägerei im Krankenhaus landet, eröffnet ihm der Arzt nach einer Routineuntersuchung, dass er HIV-positiv ist und nur noch 30 Tage zu leben hat. Die Welt des homophoben Texaners bricht zusammen - für ihn ist es unfassbar, dass er sich mit dieser „Schwulenkrankheit“ infiziert haben soll. Nachdem ihm das von seiner Ärztin Dr. Eve Saks (Jennifer Garner) verschriebene, einzige legale Medikament AZT mehr schadet als nutzt, sucht er nach Alternativen. Ron wird in Mexiko fündig und beginnt, die in den USA illegalen Medikamente im großen Stil ins Land zu schmuggeln. Um sein Geschäft noch lukrativer zu machen, lässt er sich auf einen Deal mit dem homosexuellen Rayon (Jared Leto) ein: Gemeinsam gründen sie den „Dallas Buyers Club“, durch dessen kostenpflichtige Mitgliedschaft man unbegrenzten Zugang zu den Präparaten bekommt. Mit dem Geschäft ihres Lebens entsteht nach und nach eine besondere Beziehung zwischen dem ehemals rücksichtslosen Hedonisten und dem sensiblen Homosexuellen. Der Club wird in Windeseile landesweit bekannt und die Medikamenten-Flatrate findet bei Rons und Rayons Leidensgenossen reißenden Absatz. Mit dem Erfolg gerät die Organisation allerdings schnell ins Visier der FDA (Food and Drug Administration). Denn die Gesundheitsbehörden sind, ganz im Sinne der Pharmaindustrie, nicht gewillt, das rentable Geschäft mit den Kranken aus den Händen zu geben. Ron beschließt, sich gegen das System zu stellen und nicht nur für das Recht der Kranken, sondern für das Leben zu kämpfen. (Quelle: www.dallasbuyersclub.de)

Matthew McConaughey kann auch seriös und ernsthaft. Für mich war er immer als Sunnyboy mit Sixpack und Schauspieler in Liebesschnulzen und Klamaukrollen bekannt: "Wedding Planer" (2001), "Wie werde ich ihn los, in 10 Tagen?" (2003), "Zum Ausziehen verführt" (2006), "Ein Schatz zum Verlieben" (2008), nur um ein paar Filme zu nennen. Was sehr schade ist, denn eigentlich ist er ein toller Schauspieler. Das zeigte er schon 1996 in dem Film "Die Jury". Doch ganz still und heimlich hat er sich zum Charakterdarsteller gemausert. Und nun ist er auch für einen Oscar nominiert. Und das mit Recht! Für mich ist dieser Film der bisher stärkste von ihm: es ist das Beste, was er in seiner Karriere bisher abgeliefert hat.

Allerdings gibt es jemand, der ,meiner Meinung nach, alle in diesem Film an die Wand spielt: was Jared Leto da abliefert, ist ganz große Klasse. 

Bildquelle: www.filmstarts.de
Bildquelle: www.filmstarts.de





Dallas Buyers Club ist hart, schonungslos, tragisch-komisch und das alles, ohne rührend zu sein. Das liegt an der Schauspielleistung von Matthew McConaughy und Jared Leto. Selten sieht man zwei Schauspieler, die so stark spielen und so auf der Leinwand miteinander harmonieren und agieren. Ein Film, der zu keiner Minute langweilig ist, mit viel Liebe zum Detail. Für mich ist es der bisher beste Film, der in diesem noch so jungen Jahr in den Kinos angelaufen ist.

"Ich habe nur ein Leben. Es soll was bedeuten." - Ron Woodroof

Sonntag, 23. Februar 2014

The Wolf Of Wall Street

Bildquelle: www.filmstarts.de
Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio lassen es wieder krachen. Die fünfte Zusammenarbeit dieser beiden Größen ist ein Meisterwerk. Unter Scorsese läuft DiCaprio ja stets zur Höchstform auf, das ist nichts Neues.

Kurze Infos zum Inhalt:
New York in den frühen 1990er Jahren. Der aufstrebende Aktienhändler Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio) gründet mit Anfang 20 die Maklerfirma "Stratton Oakmont", mit der er schnell zum Multimillionär aufsteigt und zum Shootingstar der New Yorker Börse wird. Schon bald ist er hauptsächlich unter seinem neuen Spitznamen "Wolf of Wall Street" bekannt. Mit seinem Reichtum finanziert er einen ausschweifenden Lebensstil, der von Alkohol, Drogen, Sex und Dekadenz geprägt ist. Jordans Siegeszug scheint nicht zu stoppen zu sein, doch dies lässt ihn übermütig werden. Von unstillbarer Gier getrieben und mit dem Gefühl der Unbesiegbarkeit im Rücken lassen er und seine "Wolfsbande", darunter sein Kumpel Donnie Azoff (Jonah Hill), sich auf illegale Geschäfte ein. Das zieht schon bald die Aufmerksamkeit der Justiz auf sich, besonders der FBI-Agent Patrick Denham (Kyle Chandler) schaut aufmerksam hinter die Fassade von Belforts Firmengeflecht. Als die Gesetzeshüter Jordan langsam auf die Schliche kommen, droht sein gesamtes Kartenhaus einzustürzen. (Quelle: www.filmstarts.de)

Was für ein Spektakel in drei Stunden. Ja, es sind wirklich drei Stunden, es fühlt sich aber an wie zwei Stunden. 
Protz, leicht bekleidete Frauen, wuchtige Bilder und ein fantastischer Soundtrack. Das entscheidende allerdings ist der derbe Witz, der der Drehbuchautor Terence Winter aus der original Buchvorlage übernommen hat. Drei Stunden kam ich aus dem Lachen nicht heraus, was aber nicht heißen soll, dass es sich um eine Komödie handelt und nur nur zum Lachen gemacht ist. Aber jede einzelne Szene ist so großartig und überspitzt gespielt, dass man selbst an "unlustigen" und dramatischen Stellen lachen, oder zumindest schmunzeln muss.

Scorsese lenkt die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf den privaten Lebensstil seiner Hauptfigur Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio), anstatt sich in den Vorgehensweisen im illegalen Börsengeschäft zu verlieren. Das wird ihm negativ ausgelegt, mit der Begründung, er würde es beschönigen. Allerdings kritisiert Scorsese vielleicht gerade damit umso treffender die Gesellschaft an der Wall Street. Jedenfalls hat es einen sehr hohen Unterhaltungswert. 
Alle Charaktere sind gekonnt überspitzt, bis hinein in die Nebenrollen, genial besetzt mit Jonah Hill, Matthew McConaughey und Jon Favreau. Leonardo DiCaprio spielt fantastisch, mehr muss ich gar nicht sagen, denn das er schon längst einen Oscar verdient hätte ("Shutter Island" z. B.) ist Allgemeinwissen. (;-))
Es ist absolut kein Frauenfilm, denn seien wir mal ehrlich: er ist obszön und vermittelt ein Frauenbild, mit dem keine Frau einverstanden sein sollte! Dennoch ist dieser Film einfach großartig. Ich bewerte einen Film u. a. nach seinem Spaß- und Unterhaltungsfaktor und wie ich am Tag danach noch darüber denke. Und ich denke nach vier Wochen immer noch: "Was für ein genialer Film" und ich möchte ihn nochmal sehen und nochmal und nochmal. Er ist weder berührend noch verändert er ein Leben. Aber er ist toll gemacht und hat mich immens unterhalten.

Fünf Oscar- Nominierungen gibt es für "The Wolf Of Wall Street":
Bester Film
Bester Hauptdarsteller (Leonardo DiCaprio)
Bester Nebendarsteller (Jonah Hill)
Beste Regie (Martin Scorsese)
Bestes adaptiertes Drehbuch (Terence Winter)


Jonah Hill (Bildquelle: www.filmstarts.de)


Matthew McConaughey (Bildquelle: www.filmstarts.de)